Übersicht Nationalparks

Kanha-Nationalpark

Lage: Indien (Uttarakhand)
Größe: 521 km²
Schutzgebiets-Komplex: Corbett-Rajaji-Komplex

Übersichtskarte

Corbett-Rajaji-Komplex

Corbett-Nationalpark

Der Corbett-Nationalpark stellt ein Juwel unter den Nationalparks Indiens dar. Neben der großen Elefantenpopulation und regelmäßigen Tiger-Sichtungen ist die atemberaubende Landschaft am Fuß des Himalaya eine Hauptattraktion des Parks. Die Vegetation stellt ein abwechslungsreiches Mosaik aus Grasländern, Wäldern und Savannen dar.


Asiatischer Elefantenbulle im Nationalpark

Klima und Reisezeit

Der Corbett-Nationalpark zeichnet sich durch ein mäßig feuchtes Klima aus. Der Jahresniederschlag schwankt zwischen 1.400 und 2.800 mm, die maximale Temperaturamplitude zwischen 4°C im Winter und 42°C im Sommer. Der Park ist nur in der trockenen Jahreszeit von Mitte November bis Mitte Juni geöffnet. Ab Juni beginnt der Monsun und die Regenfälle machen die meisten Straßen unpassierbar. Nach den Regenfällen dauert es eine gewisse Zeit, bis die Straßen wieder instandgesetzt sind und der Park erneut geöffnet werden kann. Daher öffnet der Park Mitte November.

Geographie und Vegetation

Der Nationalpark liegt im nordindischen Bundesstaat Uttarakhand etwa 200 km nördlich von Neu-Delhi. Er umfasst eine Fläche von 521 km² und befindet sich zwischen den Vorbergen des Himalaya und den Schwemmebenen des Terai-Tieflandes. Der wichtigste Fluss ist der Ramganga, dessen Ufer von Kiesbänken gesäumt sind. Hinzu kommen der Kosi und der Sonanadi. Die Höhenstufen des Parks reichen von 385 bis 1.300 m über dem Meeresspiegel. Der größte Teil des Parks, etwa 75% der Gesamtfläche, sind von Salwäldern dominiert. Der bis zu 35 m hohe Salbaum erlaubt ein relativ üppiges Pflanzenwachstum unter dem Kronendach, weshalb Salwälder für viele Pflanzenfresser günstige Nahrungsbedingungen bieten. In Ufernähe findet man auch größere Flusswälder, die vor allem aus Gerber-Akazie und Indischem Palisander bestehen. Stellenweise findet man größere Bambusbestände, die vor allem aus Kalkuttabambus bestehen. Eine charakteristische Vegetationsform des Parks sind die sogenannten Chaurs, große savannenartige Grasflächen. Sie wurden einst von der örtlichen Bevölkerung als Weideflächen angelegt und bieten heute den Weidetieren eine gute Futtergrundlage. Die Flächen werden regelmäßig abgebrannt, um einer zu starken Verbuschung entgegenzuwirken.

Tierwelt

     
  Corbett besitzt eine der höchsten Tigerdichten Indiens
Die größte Attraktion des Nationalparks ist vermutlich die große Population des Asiatischen Elefanten. Etwa 700 dieser Rüsseltiere leben im Park, der damit eines der weltweit wichtigsten Refugien für die Art bildet. Daneben treten inzwischen immer häufiger auch Sichtungen von Tigern auf. Die große Katze ist durch die Unterart des Bengaltigers vertreten. Mit einer Populationsdichte von etwa 20 Tigern auf 100 km² besitzt Corbett eine der höchsten Tigerdichten der Welt. Darüber hinaus kommen Leoparden und Goldschakale vor. Als kleine Sensation galt der Nachweis einer Streifenhyäne im Jahr 2014, die vorher nicht aus dem Park bekannt war. Häufig sind Axishirsche, Sambarhirsche, Rote Muntjaks, Kammwildschweine, Rhesusaffen und Terai-Hulmans. Seltener sind die gedrungenen Schweinshirsche zu beobachten. Auch einige der großen Nilgauantilopen kommen im Park vor. An den Hängen ab etwa 1.000 m Höhe kann man Graue Gorale beobachten. Drei Otterarten sind im Park verbreitet. Dies sind die indische Unterart des Eurasischen Fischotters, der Indische Fischotter und der Zwergotter. Insgesamt konnten im Nationalpark bisher 56 Säugetierarten nachgewiesen werden.
Unter den Reptilien sind der Ganges-Gavial und das Sumpfkrokodil die größten und auffälligsten Arten. Unbedingt erwähnenswert sind in jedem Fall auch Königskobra, Brillenschlange, Tigerpython und Bengalenwaran. Dazu kommen etwa 600 Vogelarten.

Anreise

Um den Nationalpark zu besuchen bietet es sich an, den Ort Ramnagar anzusteuern. Dieser ist zugleich das Hauptquartier des Corbett-Tiger-Reservats. Ramnagar besitzt eine gute Straßen- und Schienen-Anbindung zu größeren Städten, wie Delhi, Moradabad, Nainital and Bareilly. Delhi liegt Luftlinie etwa 260 km entfernt. Mit dem Auto benötigt man etwa fünfeinhalb Stunden Fahrzeit. Busse fahren regelmäßig von Delhi, Moradabad und Haldwani. Ein direkter Zug von Delhi führt nach Ramgnagar, dem nächstgelegenen Bahnhof. Vom Bahnhof in Ramnagar sind es nur noch etwa 15 km zum Eingang des Parks. Alternativ bringt einen die Strecke Haldwani/Kashipur/Kathgodam in die Nähe des Parks. Von Ramnagar und Kathgodam kann man einfach Taxis mieten um den Park zu erreichen.

Fortbewegung im Park

     
  Karte des Corbett-Tigerreservats mit Corbett-Nationalpark
Jedes Jahr besuchen etwa 70.000 Besucher den Park. Es ist nicht erlaubt den Park zu Fuß zu erwandern. Nur an bestimmten Plätzen darf man das Fahrzeug verlassen. Touristen dürfen den Park nicht mit dem privaten Fahrzeug befahren. Daher kann der Park nur mit den bei der Parkbehörde registrierten Fahrzeugen befahren werden. Der Wagen darf hierbei die Wege nicht verlassen und darf sich nach Einbruch der Dunkelheit nicht mehr im Park befinden. Die etwa dreistündigen Safaris finden jeweils Früh und Nachmittags statt. Die Morgensafari startet zwischen 5:30 und 6:30 Uhr, die Nachmittagssafari zwischen 13:00 und 14:30 Uhr. Dabei wird empfohlen die Jeep-Safari im Voraus auf der Homepage des Nationalparks zu buchen (Siehe unten). Für ausländische Besucher ist dies bis zu 90 Tage im Voraus möglich. Dadurch wird garantiert, dass Safaris in dem recht stark frequentierten Park nicht ausgebucht sind.
Als Alternative bleiben Elefantensafaris, die sich aber weniger zur Tierbeobachtung eignen, da die zurückgelegte Strecke naturgemäß geringer ist. Elefantenritte werden in Bijrani, Dhikala, Khinnanauli, Gairal und Jhirna angeboten.

Der Park wurde in mehrere Tourismus-Zonen aufgeteilt. Die Dhikala-Zone ist vermutlich die Zone, die die besten Tierbeobachtungsmöglichkeiten bietet. Ebenfalls ausgezeichnet im Bezug auf Wildbeobachtung ist die Bijrani-Zone. Das Gebiet ist etwas trockener und im Bezug auf die Vegetation vielfältiger als Dhikala. Die Jhirna-Zone ist ein vergleichsweise trockenes Gebiet mit viel Buschwerk. Bis 1994 beherbergte es ein Bauerndorf und wurde erst recht spät in den Nationalpark eingeliedert. Heute bietet es sehr gute Beobachtungsmöglichkeiten für Tiger, Elefanten, Lippenbären. Die anderen Zonen sind Durga Devi und Dhela

Unterkunft
Für Übernachtungen im Park stehen mehrere von der Parkverwaltung registrierte Unterkünfte, sogenannte Forest Rest Houses zur Verfügung. Diese sind das Bijrani Forest Rest House und das Malani Forest Rest House (Bijrani-Zone), das Sultan, das Gairal, das Sarapduli, das Khinnanauli und das bekannte Dhikala Forest Rest House (Dhikala-Zone) sowie das Jhirna Forest Rest House in der Jhirna-Zone. Reservierungen sind nur für maximal drei Übernachtungen möglich. Dabei dürfen in einem Raum jeweils nur zwei Erwachsene und zwei Kinder unter 12 Jahren übernachten. In den Bijrani, Gairal and Dhikala Forest lodges wurden Kantinen eingerichtet, wo traditionelle indische Küche angeboten wird. Der Verzehr von nicht-vegetarischen Produkten, sowie der Genuss von Alkohol sind in den Rest Houses verboten.

Dazu bestehen weitere Unterkünfte außerhalb des Parks.

Gesetzliche Bestimmungen

Teile des Parks sind nur in der Trockenzeit von November bis Juni geöffnet. Dies bezieht sich auf die Zonen Dhikala und Bijrani. Der übrige Teil des Parks ist ganzjährig geöffnet. Der Park darf generell nur mit einer gültigen Bescheinigung besucht werden. Diese ist im Falle eines Tagesbesuches am jeweiligen Eingang erhältlich und nicht übertragbar. Für Kinder bis fünf Jahre ist der Eintritt frei. Bei mehrtägigen Aufenthalten muss die Genehmigung am Hauptquartier in Ramnagar gekauft werden. Für Übernachtungen im Park stehen verschiedene Forest Lodges zur Vef├╝gung. Beim Besuch muss einer der offiziell registrierten Guides angeheuert werden. Eine Tasche zum Aufsammeln des eigenen Mülls ist mitzuführen. Im Park herrscht Rauchverbot, sowie ein generelles Feuer- und Kochverbot für Besucher. Das Tragen von Schusswaffen sowie das Füttern oder Stören von Tieren sind ebenfalls verboten. Fleisch oder Fisch darf nicht in den Park mitgebracht werden.
Deutsche benötigen für einen Besuch in Indien ein Visum. Seit 2014 gibt es ein elektronisches Touristenvisum (e-TV), das bis spätestens 4 Tage vor dem geplanten Einreisedatum beantragt werden muss. Dieses ist bis zu 30 Tage gültig. Bei Einreise aus Deutschland sind keine Impfungen gesetzlich vorgeschrieben.

Sicherheit

In Indien kommen mehrere gefährliche Tropenkrankheiten vor. So besteht in ganz Indien ein geringes Malaria-Risiko. Etwa die Hälfte der Fälle macht dabei die gefährliche Form Malaria tropica aus. Daher wird empfohlen sich vor allem in den Abend- und Nachtstunden vor Mücken zu schützen. Die Einnahme einer Malaria-Prophylaxe ist nicht generell zu empfehlen, doch ist angeraten Malaria-Mittel zur Notfalltherapie mitzuführen. Medikamente die vor Ort erstanden werden, können bisweilen Fälschungen sein. Weitere Krankheiten, die durch Mücken übertragen werden sind Dengue Fieber, Chikungunya und Japanische Enzephalitis. Tollwut wird von streunenden Hunden oder auch Affen übertragen und ist in ganz Indien häufig. Dabei ist die Verfügbarkeit von Gegenmitteln nicht immer gewährleistet. Daher ist eine Tollwut-Impfung zu empfehlen. Weitere empfohlene Reiseimpfungen für Indien sind neben den deutschen Standardimpfungen solche gegen Hepatitis A und Typhus, bei Langzeitaufenthalten oder besonderer Gefährdung auch gegen Hepatitis B, Meningokokken-Meningitis ACWY und Japanische Encephalitis. Bei Beachtung grundlegender Hygienemaßnahmen besteht für Touristen kein ernsthaftes Cholera-Risiko. Durchfallerkrankungen sind dagegen wie überall in Indien häufig. Wasser sollte daher nicht aus dem Hahn sondern nur abgepackt getrunken werden. Bei Nahrungsmitteln ist darauf zu achten, dass diese gekocht oder geschält sind. Die Kriminalitätsrate ist angesichts großer, sehr armer Bevölkerungsteile relativ niedrig. Insbesondere in größeren Städten wie Delhi besteht ein gewisses Risiko terroristischer Anschläge.

Benachbarte Schutzgebiete

Zusammen mit dem benachbarten Sonanadi-Wildreservat (Sonanadi Wildlife Sanctuary) und einigen Waldschutzgebieten bildet der Park das Corbett Tiger Reserve, das 1.288 km² umfasst. Wenige Kilometer nordwestlich liegt der 820 km² große Rajaji-Nationalpark. Nur wenige Wildnis-Korridore durchschneiden die Kulturlandschaft, die zwischen den beiden Parks liegt und sorgen so für Verbindungswege für Wildtiere. Der wichtigste davon ist der Chila-Motichur-Korridor, der über den Ganges führt. Auf diesem Weg können auch Elefanten zwischen beiden Reservaten hin und her wechseln. Östlich von Crobett liegt das Pilibhit-Tigerreservat, das seinerseits an das nepalesische Shukla Phanta-Wildschutzgebiet angrenzt. Diese Reservate könnten langfristig eine Verbindung von Corbett bis zum Dudwha-Bardia-Komplex bilden. Die Verbindungswege für Wildtiere sind hier allerdings stark fragmentiert.

Weitere Sehenswürdigkeiten der Region

Etwa 200 km südwestlich des Nationalparks liegt die Millionenmetropole Delhi. Die bekannteste Sehenswürdigkeit der Stadt ist das Rote Fort, eine Festungsanlage aus der Zeit des Mogulreichs. Daneben besitzt Delhi zahlreiche prächtige, zum Teil muslimische Bauwerke. Weitere Attraktionen Delhis sind das Nationalmuseum und der sehenswerte Zoo. Rund 350 km südlich von Corbett liegt zudem das berühmte Taj Mahal, ein prunkvolles Mausoleum. Über 100 km nördlich von Corbett liegt der Hochgebirgs-Nationalpark Nanda Devi.

Wichtige Internet-Adressen

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